Lesungen erst wieder ab März 2010
5.12.09 Berlin, 19 Uhr Cafe Kleisther (Hauptstr. 5, Schöneberg, U-Bahn Kleistpark)
17.11.09 Pritzwalk, 19 Uhr Stadtbibliothek
12.11.09 Leipzig, 20 Uhr Cafe Telegraph
Lesungen erst wieder ab März 2010
5.12.09 Berlin, 19 Uhr Cafe Kleisther (Hauptstr. 5, Schöneberg, U-Bahn Kleistpark)
17.11.09 Pritzwalk, 19 Uhr Stadtbibliothek
12.11.09 Leipzig, 20 Uhr Cafe Telegraph
12.01.2009 Märkische Allgemeine.
LESUNG: Schrecklich spaßig
Das Wünsdorfer Wintermatinee-Angebot traf den Nerv der Besucher
Von Andrea von Fournier
WÜNSDORF – Man stelle sich vor, es war Krieg, und in den Bunkern von einst liegen noch alte „Kameraden“ in Wartestellung und leben den letzten Führerbefehl: „Stellung halten und auf neue Befehle warten.“ Sie sind mit „Marmelade für tausend Jahre“, Champagner, Strom, Wasser und Frischluft ausgestattet, beerdigen ihre an Altersschwäche Verblichenen im umfunktionierten „Heldenstollen“, und die verbliebenen vier Kämpfer Konrad, Josef, Otto und Fritz zieht es irgendwann an die deutsche Oberfläche. Das Land hat die Wende 1989 vollzogen.
Diese phantastische Geschichte hat Hans Waal in seinem 2008 erschienenen Buch „Die Nachhut“ gesponnen und am passenden Ort – im Bunker Zeppelin – einem staunenden Publikum präsentiert. Fünfzig Frauen und Männer trafen sich dort zu später Stunde und begannen die ungewöhnliche Lesung, zu der der Förderverein der Bücherstadt geladen hatte, mit einer Bunkerführung. Der Weg durch den Weststollen des Fernmeldebunkers stimmte trotz flankierender Teelichter innerlich auf das Kommende ein.
Als im Roman die über 80-jährigen Wehrmachtsgreise an einer modernen Tankstelle auftauchen und bekennenden Neonazis gegenüberstehen, schmolz die Distanz. Von nun an hatten die Gäste viel Spaß an der skurrilen Fahrt des Quartetts in Richtung „Reichshauptstadt“, wo sie ehrenvolle Entlassung aus dem Dienst erhoffen. Einer nach dem anderen bleibt an seinem alten Wohnort zurück, der Erzähler allein erreicht das Ziel. Staunt über den Fernsehturm, der sicher von Albert Speer für Germania konzipiert wurde . . .
Waal schaut in den Alltag durch die Brille von Menschen, die 60 Jahre von Informationen abgeschnitten waren – eine reizvolle Vorstellung. So entsteht eine „abgefahrene“ Geschichte voller Spannung, Charme und Hintersinn. …
Lesung aus „Die Nachhut“
4. März 2009 – 19.30 Uhr
Kunst-Station Sankt Peter Köln
www.sankt-peter-koeln.de
Die Lesung findet in der park lounge des Skulpturenparks statt, Eingang Elsa-Brändström-Straße 9. Wegbeschreibung
„Die Nachhut“ um 19.30 Uhr in der Stadtbliothek Wittstock.
18. Oktober 2008 Ruppiner Anzeiger:
Sehr speziell
Wittstock: Hans Waal las in der Bibliothek aus „Die Nachhut“
Von Christian Schönberg
Der Zuspruch war groß. Die Regale mussten verstellt werden, damit die 70 Gäste in der Wittstocker Bibliothek am Mittwochabend an ihren Tischen Platz hatten. Hans Waal war gekommen. Der Leipziger Autor hat sich einen Ort für seine Lesung gesucht, der etwas Spezielles für ihn ist. Er hat nicht nur eine Zeit lang in der Dossestadt gelebt. Weil sein erstes Buch „Die Nachhut“ seinen Ausgang in der Kyritz-Ruppiner Heide hat (Märker berichtete), spielt Wittstock dort eine tragende Rolle.
„Wenn ich mich ein bisschen verplapper, dann liegt das auch daran, dass ich speziell hier und heute Passagen lese, in denen die Stadt vorkommt; sonst lese ich sie eigentlich nicht“, entschuldigt sich der Autor. Wofür? Die Lacher hat er schnell auf seiner Seite. Grundlage sind die Hauptfiguren, die alten SS-Männer, die mit ihrer Welt und vor allem ihrer eigentümlichen Sprache plötzlich mit der Moderne konfrontiert werden. Jahrzehnte lang in einem Bunker unter der Heide dem gehorsamen Ausharren verpflichtet, müssen sie hoch – und landen in der nahe gelegenen Kleinstadt, einem Dorf in der Prignitz und schließlich in Berlin. Die konkreten Vorbilder werden namentlich nicht erwähnt.
„Es hätte überall sein können – Bernau oder in Hessen“, sagt Waal zu Beginn der Lesung – wieder fast entschuldigend. Aber die Kyritzer Heide lag dramaturgischer Weise nicht nur so nah, weil der Autor sie selbst gut kannte. Dort bombten die Russen schließlich noch jahrzehntelang, so dass Leute im Bunker gern an die Weiterführung des Krieges glauben mochten. Trotz Kontakt mit der Moderne und Menschen, die sie von den veränderten Verhältnissen überzeugen wollen, halten die alten Herren an ihrer Zeit fest. Was sehr konstruiert erscheinen mag, entpuppt sich in der kurzen Zeit der Lesung als Zünden von Lachsalven – sei es, dass die SS-Uniformierten Skinheads für russische Soldaten halten, die total verweichlicht sind, oder ein gepierctes Mädchen als Granatenopfer, das aus lauter „Tapferkeit“ die Splitter in ihren Narben behält. Waals Erzählweise lässt die Lacher selten verstummen – auch wenn sein Buch, was auch in der Lesung zu spüren ist, sentimentale und gesellschaftskritische Momente beherbergt.
Der Applaus war ihm genauso sicher wie die Nachfrage: „Wenn sie die Personen so deutlich beschreiben, da denken Sie doch sicher auch an jemandes Bestimmtes?“ Waal wirkte verlegen, rang um eine Antwort: „Alle Personen in dem Buch sind erfunden – so wie es auch vorne angemerkt ist.“
19 Uhr, Universität Trier, eine Veranstaltung des AStA
„Die Nachhut“ um 19.30 Uhr in der Stadtbibliothek Rudolstadt.
„Literatur im Herbst“ im Victor Jara Zschocherschestr. 12
Präsentiert vom Victor Jara und Kulturnetzwerk e.V.
Lesung gemeinsam mit
André Schinkel – „Sog“, Löwenpanneau, Mitteldeutscher Verlag
Christian Kreis ( DLL ) – Nichtverrottbare Abfälle, Mitteldeutscher Verlag
Hauke von Grimm – „RevierKöter“ 1 & 2, PaperONE Verlag
Jasmin Herzog ( DLL )
Jonathan Falk (Kunststoffklub)
Sascha Kokot ( DLL )
Lesung 20.30 Uhr, im Filmclub mittendrin
Reichenhainer Str.35/37, 09126 Chemnitz, Veranstalter Stura TU Chemnitz