Bunker-Legende (Ente) von Babie Doly

In Babie Doly Monday, Jun. 25, 1951

From Warsaw last week came a story of two more curious survivors of World War II. A six-foot Nazi soldier with a beard reaching to his knees, and another who soon dropped dead of a heart attack, turned up in the village of Babie Doly, 20 miles from Gdynia, claiming that they had been trapped for six years in an underground storehouse. The bearded one, no mean storyteller, gave a detailed account to Poland’s Communist authorities, generally no mean storytellers themselves: during the German retreat in 1945, he and five other German soldiers had been looting the store, when German demolition bombs destroyed its entrance and entombed them. Two of the trapped men committed suicide; another two died. The two remaining buried their comrades in piles of flour, lived on the vast stores of food in the bunker, washed in schnapps to conserve the small supply of water which seeped through cracks in the concrete walls. When Polish workers cleared the rubble from the shelter’s entrance, they crawled out.

Quelle: time.com

Leider waren die Bunkermenschen von Babie Doly wohl nur eine Ente

Am 13. Juni 1951 hatte die amerikanische Nachrichtenagentur „Associated Press“ (AP) aus Warschau gemeldet: „Vor den Augen polnischer Arbeiter sind aus einem zertrümmerten Bunker in Gdingen zwei Männer aufgetaucht, die aus einer anderen Welt zu kommen schienen.“ AP berichtete, daß die deutschen Truppen vor der Räumung der Stadt im Jahre 1945 ein Lager in der Nähe des mit Lebensmitteln. Wein, Spirituosen und anderen Dingen gefüllten Vorratsbunkers gesprengt hätten. „Dabei hatten Trümmer den Eingang zum Bunker versperrt und hatten sechs Soldaten, die sich gerade einiges ‘organisieren’ wollten, eingeschlossen.“ Zwei der Männer hätten Selbstmord verübt, zwei seien während der langen Bunker-Gefangenschaft krank geworden und gestorben. Einer der beiden Überlebenden, die sich jahrelang von den Vorräten des Bunkers ernährten, sei kurz nach der Befreiung tot zusammengebrochen, der letzte Bunkermensch werde zur Zeit in einem Danziger Krankenhaus behandelt.

In Deutschland wie in anderen Ländern malten besonders die Familien- und Boulevardzeitungen das Bunkerdrama in epischer Breite aus. Da polnische Stellen sich nicht zu den Berichten äußerten – noch in der letzten Woche kommentierte die Pressestelle des Warschauer Innenministeriums: „Der Fall ist uns überhaupt nicht bekannt“ -, wurde die publikumswirksame Story jahrelang von den Fabrikanten sogenannter Tatsachenberichte in mannigfacher Form kolportiert.

DER SPIEGEL 5/1958 vom 29.01.1958, Seite 44

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