L-IZ.de: „Hintersinnig, dicht, menschlich“
Von Gespenstern, Bunkern und klaren Überzeugungen: Hans Waals skurrile „Nachhut“
von Ralf Julke 19.07.2008
… Das würde im Computer anderer Autoren einen Thriller mit viel Lametta, Bernstein und dämlicher Marschmusik ergeben. … In den verschiedenen Pespektiven der Erzähler und Briefeschreiber wird sichtbar, wie verkrampft der Umgang der Deutschen mit ihrer Geschichte ist. Sind das nun „Gespenster der Vergangenheit“, die da aus dem Bunker gekrochen kommen oder doch eher in der Zeit Gestrandete, die 60 Jahre ihres Lebens verplempert haben für – nichts? … Doch gerade die drei Hauptprotagonisten des Buches machen deutlich: Es gibt da eine ganze Menge mehr zwischen Mummenschanz und Verteufelung.… Es geht um Verführbarkeit und die Frage: Wer bestimt eigentlich Welt-Bilder? Und es geht um die schlichte Frage nach Menschlichkeit. Auch dann, wenn die Ereignisse nur noch Rätsel aufgeben. Eine Geschichte eigentlich, die Leuten gefallen sollte, die mit einfachen Lösungen und klaren Verheißungen garantiert nicht zufrieden sind.