DIE NACHHUT
Roman von Hans Waal, Plöttner Verlag Leipzig 2008 und als Taschenbuch bei Aufbau 2010
Als der letzte Büchsenöffner abbricht, kommt es in einem geheimen Bunker nahe dem Autobahndreieck Wittstock zur Meuterei: Nach mehr als 60 Jahren unter der Erde ist die eiserne Disziplin von vier alten Männern der Waffen-SS endgültig aufgebraucht und sie beschließen befehlswidrig den Ausstieg. Ans Tageslicht treten vier schwer bewaffnete Gespenster der Vergangenheit. Verfolgt von begeisterten Neonazis, Ärzten, Polizei und sensationsgeilen Journalisten, schlagen sich die verstörten Opas durch ein mindestens ebenso verstörtes Deutschland der Gegenwart bis in die „Reichshauptstadt“ durch…



17. April 2011 um 4:26 pm
Ein kluges Buch, bei dem Seiten zur Sprache kommen, die man sonst eher nicht ausspricht. Die Wahrheit kann manchmal recht vielseitig sein, dramatisch und dennoch komisch. Tragisch und dennoch voller Humor. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, es erinnerte mich sehr an britischen Humor, dabei wurde jedoch nicht die anscheinend typisch deutsche Angst vor dem III. Reich nicht außer Acht gelassen, ohne sich dabei zu verstecken. Anrührend und traurig.
Achja: Der Wechsel der Erzählperspektive fand ich erfrischend.
18. April 2011 um 12:45 pm
Danke sehr!
5. August 2011 um 1:14 pm
Was für ein Buch!
Neben der Tatsache, dass seine Lektüre sehr unterhaltsam war, konnte ich mich gut identifizieren – nicht nur mit Benny, zu dessen Generation ich wohl gehören dürfte, sondern auch mit Menschenrechtlern, Revoluzzern, Mitläufern und Wendehälsen in Vergangenheit und Gegenwart. – Wer ist schon perfekt?! Und was ist ein Held? Danke, dass mal nicht alles in Schwarz und Weiß unterteilt wird!
Das wirklich Menschliche, die Antastbarkeit, steht im Vordergrund. Und gleichzeitig wird unserer im Verfall befindlichen Gesellschaft gnadenlos der Spiegel vorgehalten… Balsam für mein Störungsbewusstsein…
Danke für einen neuen Blick auf die Geschichte, auf politische Zusammenhänge, auf Verbindungen, die mir in theoretischerer Form vermutlich verschlossen geblieben wären.
Danke auch für die kurze Rückkehr zur alten Rechtschreibung! Mir tat das sehr gut.
6. August 2011 um 10:37 am
danke ebenfalls.
1. Dezember 2011 um 1:18 pm
absolut treffendes Buch zur aktuellen Lage der Nation, vor allem Aufgabe der verschiedenen Medien, Karlsruhe und Schlapphüte. Großartige Vorschau auf die „Terrorzelle“. Ich habe das Buch gefressen in 4 Tagen, gerne wieder! Wird ein ums andere Mal an Freunde des Lesens zu besonderen Tagen verschenkt werden, Danke Hans!!!
3. Dezember 2011 um 10:48 am
Danke auch!